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Magazin Schule Nr. 15 Frühjahr 2005,
Hrsg. Ministerium für Kultur und Jugend und Sport
Französisch ein Kinderspiel!
Mit Figurenspiel, Gestaltung und Improvisation neue Zugänge zur Fremdsprache schaffen
Die Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels setzte sich in den vergangenen Jahren verstärkt für die Vermittlung grundschulspezifischer, situations-, erlebnis- und handlungsorientierter Formen der Fremdsprachenvermittlung ein.
Nach den „Aktionstagen zum frühen Fremdsprachenlernen“ und regionalen Fortbildungstagen für Lehrkräfte in den Jahren 2002 und 2003 veranstaltete die Akademie am 22. Oktober 2004 mit Unterstützung der französischen Schulverwaltung erneut einen gemeinsamen grenzüberschreitenden Fortbildungs- und Begegnungstag. Dabei standen die Entwicklung thematisch ausgerichteter Projektvorhaben, eingebunden in schulische Lernprozesse, sowie die Erprobung von Kooperationsformen für die Lehrerfortbildung im Mittelpunkt.
Deutsche und französische Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Fortbildnerinnen und Fortbildner und Eltern waren Gast der Akademie, der es gelungen war, das renommierte „Lille Kartofler Figurentheater“ mit einer zweisprachigen Aufführung des Märchens „Der Wolf und die sieben Geißlein“ zu engagieren.
Figurenspiel spricht Kinder emotional an
In einer lebendigen, offenen Figurenführung mit lebensgroßen Puppen verstand es der Puppenspieler Matthias Kuchta, vor „vollem Haus“ die Kinder aus Brumath/Elsaß und der Merkurschule Gaggenau sowie Eltern und Lehrkräfte beiderseits des Rheins gleichermaßen in den Bann zu ziehen und für das ausdrucksstarke Spiel um das bekannte Märchen zu begeistern. Besonders faszinierend dabei war der ständige übergangslose Wechsel des Akteurs von der einen in die andere Sprache, der von Kindern wie Erwachsenen mühelos nachvollzogen wurde. Das Publikum immer wieder aktiv in das Geschehen einbezogen reagierte spontan, einmal auf Deutsch, dann wieder auf Französisch.
Matthias Kuchta sieht die besonderen Chancen des Figurenspiels im Zusammenhang mit der Fremdsprachenvermittlung bei Grund- und Vorschulkindern auf mehreren Ebenen: „Die Kinder sind in vielerlei Weise emotional angesprochen, zum einen durch das Erlebnis „Theater“ mit einem ihnen bekannten und vertrauten Thema, dann in besonderer Weise durch die Identifikation mit den Figuren. Durch den Mitspielcharakter entsteht Spiellust und die Kinder können sich emotional geöffnet, ganz natürlich auf die Sprache einlassen, quasi nebenbei, zwang- und mühelos, ohne die Anstrengung eines gezielten kognitiv-intentional ausgerichteten Sprachenlernprozesses.“
„J’ai peur Ich habe Angst“
Der spielerische, handlungsbezogene und somit „selbstverständliche“ Umgang mit der Fremdsprache im Figurenspiel motivierte alle Beteiligten auch für die weiteren Veranstaltungsangebote des Tages. Deutsche und französische Referentinnen und Referenten gaben mit der Möglichkeit der Unterrichtsmitschau und in Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen eine Vielfalt von unmittelbar umsetzbaren Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Theaterstücken in der Eingangsstufe.
In den verschiedenen Ateliers, die jeweils eine Unterrichtssequenz mit Kindern live erprobten und zum Mitschauen einluden, wurde besonders die deutsch-französische Gruppenzusammensetzung als reizvoll bewertet. Eine französische Referentin, die zum Thema „J’ai peur Ich habe Angst“ arbeitete, berichtet über ihre Erfahrungen: „Schon bald realisierte ich nicht mehr, wer von den Kindern welcher Nationalität angehört. Alle zeigten im selbstverständlichen Miteinander ein situatives Sprachverständnis und reagierten gleichermaßen spontan, spiel- und situationsbezogen, egal, in welcher Sprache ich sie ansprach!“ ...
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